Weit mehr als die Hälfte aller Deutschen nutzen Soziale Medien – Tendenz unaufhaltsam steigend. Welche Trends und Themen werden für Unternehmen und Marken in 2017 wichtig?

1. Ads

Die organischen Reichweiten auf Facebook werden weiter sinken. Auch Instagram hat in 2016 den Algorithmus eingeführt, der nur noch „relevanten“ Content an Fans und Follower ausspielen soll. Um Reichweiten zu sichern, sind daher höhere Ad-Budgets unausweichlich. Sowohl Facebook als auch Instagram bieten mittlerweile mehr smarte Anzeigenformate für intelligente und kreative Werbung. Stiegen die Werbeausgaben bereits in 2016 deutlich an, so wird sich dieser Trend in 2017 noch einmal deutlich verstärken.

2. Fokussierung statt Diversifikation

Sollte man aus Sorge den Anschluss zu verpassen jeden neuen Trend mitmachen und auf jedes aufkeimende Netzwerk aufspringen? Jede neue Community absorbiert Aufmerksamkeit und Budget. Der Social Media Markt ist reifer geworden. Unternehmen wissen heute besser, welche Community funktioniert und welche nicht. Mehr Gelassenheit im Umgang mit „Hypes“ ist angesagt. Fokussieren auf Bewährtes und Kalkulierbares statt Experimentieren und Ausprobieren von neuen Trends und Hypes. „Survival of the Fittest“ nannte das neulich mal ein Social Media Beobachter aus USA.

3. Social Shopping

Nicht nur zur Wiedererlangung verloren gegangener Reichweiten: Unternehmen entdecken die Vorteile, in sozialen Netzwerken Ads für ihren Online Shop oder ihre Filiale zu schalten. Nicht selten werden dabei Budgets von Google umgeshiftet. Gerade Facebook hat klar demonstriert, dass seine Anzeigenformate zum Verkaufen sehr gut geeignet sind. Sowohl für Online-Shops als auch zur Befeuerung eines stationären Shops. Soziale Netzwerke werden in 2017 zu einem der wichtigsten digitalen Verkaufskanäle.

4. Inspiration schlägt Information

Bewegen, anregen, Identifikation schaffen – emotionaler Content ist schon heute erfolgreicher und schafft mehr Interaktion als sachliche Information und nüchterne Fakten. Postings mit emotionalen Mehrwerten regen bei Usern Vorstellungskraft, Begeisterung und die Identifikation mit der Marke an. Die rationale, unpersönliche Barriere wird überwunden. Pragmatischer Content setzt eher verstandesmäßige Auseinandersetzung und Polarisierung in Gang. Wer 2017 relevanten und interaktiven Content schaffen will, braucht Content mit emotionaler Reichweite. Und das gilt besonders auch dann, wenn der Content „verkaufen“ oder eine Handlung in Gang setzen oder eine Bindung schaffen soll.

5. Vom Story-Telling zum Story-Exchange

Die Relevanzfrage in Sozialen Netzwerken bekommt einen neuen Stellenwert. Und das nicht erst seit dem Algorithmus auf Facebook und Instagram, der die Relevanz von Content auf die Tagesordnung des Community Managements gesetzt hat, Die Frage nach dem Mehrwert von Content für die User stellt sich neu. Themen wie Service und Erfahrungsaustausch mit Kunden über Soziale Netzwerke werden wichtiger. Aus dem Oneway des Geschichtenerzählens wird ein Austausch über Kundenzufriedenheit und Erfahrungen von Usern mit Marken und Produkten. Service und direkter Erfahrungsaustausch mit Kunden sollten daher zu einem festen Bestandteil des Contents werden.

6. (Live) Videos

2016 war der Durchbruch der Live Videos, nachdem 2015, besonders bei Facebook, ein ausgesprochenes Video-Jahr war. Video-Content wurde befeuert durch hohe Reichweiten, mit denen Facebook sich gegen Wettbewerber durchsetzen wollte. Diese Entwicklung setzte sich nahtlos bei Live-Videos fort, die nochmals einen ganz anderen Kick für ihre User bereithalten. 2017 wird das Jahr der Live-Videos.

7. Instagram und Snapchat

Instagram wird in 2017 über 10 Mio. User in Deutschland haben. Bei Snapchat wird von ähnlichen Größenordnungen ausgegangen. Instagram bietet mit den Stories und der „Entdecken“-Funktion zwei für das Marketing sehr spannende neue Funktionen. Snapchat bietet mit den „Memories“ die Möglichkeit, Motive aus dem eigenen Fotoarchiv zu nutzen. Sollte sich Snapchat 2017 für Werbemöglichkeiten auch in Deutschland öffnen, wird dies signifikante Folgen für den Werbemarkt in Sozialen Medien nach sich ziehen. Aber auch ohne werden sich Nutzer und Nutzung in 2017 weiter stark ausweiten.

Soziale Medien gehören 2017 mehr denn je zum täglichen Medienkonsum dazu und daher sollten sie ein (mit noch mehr Aufmerksamkeit und Budget ausgestattetes) Must in jedem Kommunikations-Mix sein.