Wenn du an ein Passwort denkst, kommt dir wahrscheinlich eine kryptische Buchstaben- und Zahlenkette in den Sinn. Diese ist zumeist schwer zu merken. Als wir in der Agentur über Passwortsicherheit sprachen, haben wir uns gefragt: Kann man nicht die kleinen niedlichen Zeichen als Emoji-Passwort verwenden?

Darum erklären wir dir kurz, was Emojis technisch sind und welchen Vorteil sie bei einem Passwort für dich haben können. Außerdem erfährst du, was du bei der Benutzung unbedingt beachten solltest und ob du deine Facebook-, Twitter- und Instagram-Konten mit einem Emoji-Passwort schützen kannst.

Wir brauchen mehr Emojionen 😉

Technisch sind Emojis Zeichen einer Schriftart, die Werten innerhalb eines Standards entsprechen. In diesem Standard ist die Codierung von Buchstaben, Zahlen und Symbolen vereinheitlicht. Wenn du ein 😂 versendest, steht das Emoji für eine Zeichengruppe, die an den Empfänger übertragen wird. Das Gerät, auf dem deine Nachricht eintrifft, nimmt die Zeichengruppe und stellt sie in Form einer Grafik dar. Daher sehen Emojis auf einem iPhone anders aus als bei einem Smartphone mit Android oder Windows Mobile. Jede Plattform hat ihre eigene Schriftart, mit der die Emojis dargestellt werden.

Der Vorteil bei einem Emoji-Passwort ist die Möglichkeit, Eselsbrücken zu bilden. Damit verwendest du Zeichen, die bei einem Versuch dein Benutzerkonto zu knacken mit großer Wahrscheinlichkeit nicht berücksichtigt werden oder deren Kombination nur schwer zu erraten ist. Du kannst dir eine Eselsbrücke wahrscheinlich viel besser merken als ein Passwort, das etwa so aussieht „$39anB#21“.

Ein paar Beispiele für Emoji-Eselsbrücken:

  • !😃🇩🇪⚽️🏆! – Ich freue mich, wenn Deutschland im Fußball den Pokal holt!
  • 🌃🛋📺🍿 – Am Abend sitze ich auf der Couch, gucke einen Film und esse Popcorn.
  • ❄️🍵🍪📚 – Wenn es kalt ist, trinke ich Tee, esse Kekse und lese ein Buch.

Es gibt unvorstellbar viele Möglichkeiten lustige und gleichzeitig sichere Passwörter zu erfinden. Die Sicherheit kann in Kombination mit einem zusätzlichen Symbol, wie „!“, erhöht werden.

Worauf du bei der Benutzung von einem Emoji-Passwort achten solltest!

Es gibt bei der Verwendung ein hauptsächliches Problem. Die Emoji-Tastatur kann innerhalb von Apps oder beim Passwortfeld im Browser vom Betriebssystem deaktiviert sein. Du kannst dein Emoji-Passwort somit nicht mit der Tastatur eingeben. Du musst es zunächst woanders erstellen, beispielsweise in der Adresszeile des Browsers. Dann kannst du es kopieren und einfügen. Du solltest auch bedenken: An Desktop-Rechnern müssen Emojis über alternative Wege eingegeben werden. Bei macOS beispielsweise mit Ctrl + Cmd + Leertaste und bei Windows 10 mit Windows-Taste + . (Punkt) oder ; (Semikolon). Dann erscheint die Emoji-Auswahl.

Besser gelingt es dir, wenn du einen Passwortmanager benutzt. Das Programm füllt dein Passwort auf der Eingabemaske automatisch aus oder lässt es dich kopieren und einfügen. Deine Passwörter sind im besten Fall auf allen Geräten synchronisiert.

Wenn du diese technische Hürde akzeptieren kannst, musst du nur noch ausprobieren, ob die Website Emojis als Passwort annimmt.

Ein Emoji-Passwort für Social Media Accounts?

Wir haben für dich Emoji-Passwörter bei Facebook, Twitter und Instagram getestet. Im folgenden Abschnitt stellen wir dir unsere Ergebnisse vor.

Facebook

Wir konnten ein Emoji-Passwort festlegen, Facebook erwartet aber mindestens 6 Zeichen (einzelne Emojis) von dir. Der Login funktionierte bei Facebook mit einem Emoji-Passwort ohne Probleme.

Twitter

Beispiel mit einem Emoji-Passwort bei Twitter

Bei Twitter hat unser Test mit einem Emoji-Passwort ebenfalls funktioniert. Hier ließen sich bereits fünf Zeichen verwenden. Aber denke daran – je mehr Emojis oder Zeichen, desto sicherer ist dein Passwort.

Instagram

Beispiel mit einem Emoji-Passwort bei Instagram

Im Gegensatz zu Facebook und Twitter können bei Instagram keine Emojis im Passwort verwendet werden. Du wirst ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Emojis in einem Passwort für Instagram ein No-Go sind. Bereits beim Versuch das Emoji-Passwort zu speichern, erhält der Nutzer eine Fehlermeldung.

Fazit

Auf Facebook und Twittter kann man ein Emoji-Passwort verwenden – auf Instagram nicht. Du solltest unbedingt die Hinweise aus dem vorherigen Abschnitt berücksichtigen, falls du bei einer Website ein Emoji-Passwort benutzen möchtest. Wenn du jetzt Feuer und Flamme bist, wünschen wir dir emojionale Momente bei der Kreation von Passwörtern.

Falls du mehr über sichere emoji-freie Passwörter erfahren möchtest, lese unseren Beitrag zum Thema „Sichere Passwörter für Social Media Accounts“.